Wilhelm-Löhe-Seminar

Mit der Verabschiedung aller Diakonissen in den Ruhestand entwickelte das Diakonissenwerk Korbach in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Formate seines dualen Geschäftsmodells weiter. An die Stelle der schulischen Aus- und Fortbildung zur Krankenpflege in Korbach trat jetzt das Wilhelm-Löhe-Seminar mit einer überregionalen Bildungstätigkeit. Der lutherische Theologe und fränkische Diakonissenvater Wilhelm Löhe (1808-1872) schrieb dem Diakonissenstand in einer Zeit von bürgerlichen Emanzipationsauf-brüchen, von industrieller Revolution, von kumulierendem Kapital und Arbeiternot in bewusster Zuspitzung der reformatorischen Einsicht Luthers von der Gerechtigkeit allein aus Gnaden diese diakonische Ethik zu: „Was will ich? Dienen will ich. Wem will ich dienen? Dem Herrn in seinen Elenden und Armen. Und was ist mein Lohn? Ich diene weder um Lohn, noch um Dank, sondern aus Dank und Liebe. Mein Lohn ist, dass ich darf.“. Bildungstätigkeit des Diakonissenwerkes in seinem Wilhelm-Löhe-Seminar sucht diesen Fokus traditionell weiblicher diakonischer Ethik in einer heute noch überwiegend maskulin bestimmten Sozialkultur verständlich zu machen. Dazu gehört, an den biblischen Samariter, an das männliche „role model“ für christliche Barmherzigkeit und Sozialverantwortung zu erinnern.

In seiner berühmten Antrittsrede 1961 sagt J.F. Kennedy: Meine amerikanischen Mitbürger: Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann-fragt, was ihr für euer Land tun könnt. Während seiner Schulzeit in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte er diese Inversion einer Ask-not-Frage gehört: Eine Jugend, die ihre alma mater, (ihre Schule, P.L.)  liebt, fragt nicht, was sie für mich tun kann, sondern: was kann ich für sie tun – ein Satzformat, das dem Löhe´schen Diktum diakonischer Ethik ähnelt, man tausche nur einige Substantive aus. Kennedy´s Antrittsrede weiter: Meine Mitbürger in der ganzen Welt: Fragt nicht, was Amerika für euch tun wird, sondern fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen. Diakonische Bildungsarbeit steht heute im Spannungsfeld des europäisch-angelsächischen Freiheitsbegriffes mit seinem Grenznutzen für die Erde Gottes, im Spannungsfeld der Epoche des Anthropozän. Die Arbeit des Wilhelm-Löhe-Seminars sucht hier nach Orientierung.



Aktuelle Veranstaltungen

Herzliche Einladung zu unserem "Wilhelm-Löhe-Seminar".

Wilhelm Löhe (geboren 1808 in Fürth) gründete als „lutherischer“ Theologe in Neuendettelsau (Franken) ein Mutterhaus für Diakonissen und förderte in vielfältiger Weise die diakonische Arbeit. Durch seine Schriften und seine engagierten Stellungnahmen zur kirchlichen Politik hat er zur Profilierung der Lutherischen Kirche vor allem in Bayern beigetragen.

Hier finden Sie Angebote, die an unterschiedlichen Orten oder auch online stattfinden.

Wir freuen uns auf Sie! 

Das Wilhelm-Löhe-Seminar des Diakonissenwerk Korbach arbeitet als gemeinnützige Diakonische Einrichtung der SELK auf Spendenbasis.

Evangelischen Bank Kassel
IBAN: DE57 5206 0410 0000 0003 37
Stichwort: Wilhelm-Löhe-Seminar